37 – Kennzahlen verstehen: KGV, KBV & Dividendenrendite einfach erklärt
Shownotes
🎧 Mehr zu dieser Folge
Auf finanzpost.de findest du zu dieser Folge einen ausführlichen Begleitartikel, alle Quellen und das komplette Transkript zum Nachlesen.
Zur Folgen-Seite: https://finanzpost.de/podcast/37-kennzahlen-verstehen-kgv-kbv-dividendenrendite-einfach-erklaert/
📌 In dieser Folge erfährst du
- ✓ Was sind die drei wichtigsten Kennzahlen für Anleger? (KGV, KBV, Dividendenrendite)
- ✓KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Was sagt es aus und was ist ein guter Wert? (oft zwischen 10-15)
- ✓ Warum das KGV niemals isoliert betrachtet werden darf (Branchen- & Wachstumsvergleich)
- ✓ Was ist ein "Value Trap"? (Eine Aktie, die billig aussieht, aber immer weiter fällt)
- ✓KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis): Was ist der Buchwert und was sagt das KBV aus? (Verhältnis von Börsenwert zu Eigenkapital)
- ✓ Warum ein KBV unter 1 ein Schnäppchen sein kann, aber auch Tücken hat (immaterielle Werte)
- ✓ Für welche Branchen ist das KBV besonders aussagekräftig? (z.B. Banken, Industrie)
- ✓Dividendenrendite: Wie berechnet man sie und was ist eine gute Rendite? (oft 2-4%)
- ✓ Warum eine extrem hohe Dividendenrendite ein Warnsignal sein kann (Risiko von Dividendenkürzungen)
- ✓ Was ist die Ausschüttungsquote und warum ist sie wichtig? (gesund oft 30-60%) ટકા
- ✓ Wie du die Kennzahlen wie ein Puzzle zusammensetzt, um ein klares Bild zu bekommen
Hilfreiche Links
- Kostenloses Erstgespräch: https://plangenial.de/termin/
- Impressum: https://finanzpost.de/impressum.html
- Datenschutz: https://finanzpost.de/datenschutz.html
🤖 KI-Hinweis (EU AI Act, Art. 50): Diese Folge wurde vollständig automatisiert mit Künstlicher Intelligenz erstellt. Stimme, Text und Bildmaterial sind KI-generiert und wurden nicht redaktionell geprüft. Keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Verantwortlich: Maik Marx, Plauener Str. 19, 13055 Berlin.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Finanzpost.de, der Finanz- und Vorsorge Podcast!
00:00:09: Ich bin Lia – und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid.
00:00:14: Heute an meiner Seite ist natürlich wie immer der erfahrene Finanzcoach Mike Marx.
00:00:21: Hallo, Mike!
00:00:27: In unserer letzten Folge haben wir ja über die Fundamentalanalyse gesprochen und wie man den wahren Wert eines Unternehmens ermittelt.
00:00:37: Heute wollen wir da noch einen Schritt weitergehen und uns die wichtigsten Werkzeuge dafür ansehen, die Kennzahlen!
00:00:44: Das klingt vielleicht erst mal trocken aber ich verspreche euch es ist unglaublich spannend und entscheidend für euren Erfolg an der Börse.
00:00:53: Genau das war eine super spannende Folge.
00:01:15: Wir konzentrieren uns heute auf die drei wichtigsten und bekanntesten Kennzahlen, die jeder Anleger kennen sollte.
00:01:22: Das sind das Kurs-Gewinnverhältnis Kurz KGV, das Kurs Buchwertverhältnis, kurz KBV und die Dividendenrendite.
00:01:33: Wenn man diese drei verstanden hat, hat man schon eine sehr solide Basis um Aktien zu bewerten.
00:01:40: Es gibt natürlich noch dutzende weitere wie den Cash Flow, die Eigenkapitalrendite oder den Verschuldungsgrad, die wir in unserer Folge zur Fundamentalanalyse bereits angerissen haben Aber diese drei sind das absolute Fundament.
00:01:57: Okay, KGB, KBF und Dividendenrendite.
00:02:02: Fangen wir doch direkt mit dem KGV an!
00:02:06: Ich habe das schon oft gehört – aber was genau sagt dieses Kurs-Gewinnverhältnis aus?
00:02:11: Sehr gerne!
00:02:12: Das KGW ist wahrscheinlich die berühmteste Kennzahl überhaupt.
00:02:17: Sie setzt den aktuellen Aktienkurs eines Unternehmens in Beziehung zu dem Gewinn, den das Unternehmen pro Aktie erzielt.
00:02:24: Die Formel ist also ganz einfach.
00:02:26: Aktienkurs geteilt durch den Gewinn pro Aktie.
00:02:29: Das Ergebnis ist eine Zahl, die dir sagt mit dem wievielfachen ihres Jahresgewins ein Aktier an der Börse bewertet wird.
00:02:37: Man kann auch sagen es ist die Anzahl der Jahre, die das Unternehmen bräuchte um seinen eigenen Aktien-Kurs als Gewinn zu erwirtschaften wenn der Gewinn konstant bliebe.
00:02:48: Das klingt logisch!
00:02:50: Wenn eine Aktie, also zehn Euro kostet und das Unternehmen einen Euro Gewinn pro Aktie macht, wäre das KGV zehn.
00:03:00: Das Unternehmen bräuchte also zehn Jahre um den Wert seiner eigenen Aktien zu verdienen.
00:03:06: Aber was ist denn ein gutes KGv?
00:03:08: Gibt es da eine Faustregel?
00:03:10: Eine sehr gute Frage!
00:03:11: Eine allgemeine Faustriegel besagt dass ein KG-V zwischen zehn und fünfzehn als fair oder günstig bewertet gilt.
00:03:19: Ein KG V unter zehn könnte auf eine Unterbewertung hindeuten, während ein KGV über zwanzig oder sogar dreißig eher teuer ist.
00:03:29: Aber – und das ist ein ganz wichtiges aber – man darf das KGF niemals isoliert betrachten!
00:03:36: Es hängt ganz stark von der Branche dem Wachstum des Unternehmens.
00:03:42: Ein KGV von fünfundzwanzig kann für ein Unternehmen ein Schnäppchen sein, während ein KG V von neun für ein anderes eine Falle darstellt.
00:03:53: Warum ist die Branche so wichtig?
00:03:57: Haben verschiedene Branchen unterschiedliche normale KG v's?
00:04:01: Exakt!
00:04:02: Technologieunternehmen zum Beispiel, die sehr schnell wachsen und hohe Erwartungen für die Zukunft haben, haben oft ein sehr hohes KGv von dreißig, vierzig oder sogar noch mehr.
00:04:16: Denken wir an Firmen wie Nvidia und Amazon in ihren starken Wachstumsphasen.
00:04:22: Die Anleger sind hier bereit einen hohen Preis zu zahlen weil sie erwarten dass die Gewinne in der Zukunft exponentiell ansteigen werden.
00:04:31: Ein etabliertes Industrieunternehmen wie BSF oder ein Versorger wie EON, der nur langsam und stetig wächst hat dagegen typischerweise ein viel niedrigeres KGV – vielleicht zwischen zwölf und achtzehn.
00:04:46: Man muss also immer Äpfel mit Äpfeln vergleichen.
00:04:49: Sprich das KG V eines Unternehmens, mit dem Branschendurchschnitt oder mit direkten Konkurrenten.
00:04:56: Es wäre unfair dass KG von Volkswagen mit dem von Microsoft zu vergleiche.
00:05:02: Das macht Sinn!
00:05:03: Man kann also nicht einfach eine Tech-Aktie mit einer Autoaktie vergleichen und sagen, die Eine ist zu teuer.
00:05:10: Was ist mit dem Wachstum?
00:05:13: Du sagtest das spielt auch eine große Rolle!
00:05:15: Genau ein hohes KGV kann absolut gerechtfertigt sein wenn das Unternehmen seine Gewinne jedes Jahr um zwanzig oder dreißig Prozent steigert.
00:05:25: In diesem Fall wächst das Unternehmen sozusagen in seine hohe Bewertung hinein.
00:05:32: Das KGV von heute erscheint dann in ein paar Jahren vielleicht gar nicht mehr so hoch.
00:05:37: Umgekehrt kann eine Aktie mit einem niedrigen KGv von acht eine echte Wertfalle sein, wenn die Gewinne des Unternehmens stagnieren oder sogar sinken – man spricht hier auch vom Value Trap!
00:05:51: Die Aktie sieht billig aus wird aber immer billiger weil die Geschäftsaussichten schlecht sind.
00:05:57: Ein klassisches Beispiel waren viele Telekommunikationsunternehmen nach dem Platzen der Dotcom-Blase.
00:06:03: Okay, ich merke schon man muss da etwas genauer hinschauen.
00:06:08: Das KGV ist also ein guter erster Anhaltspunkt aber man muss es immer im Kontext sehen.
00:06:16: Kommen wir zu zweiten Kennzahl Dem Kurs Buchwertverhältnis Dem KBV.
00:06:23: Was verbirgt sich dahinter?
00:06:25: Das KBv ist eine eher substanzorientierte Kennzahl.
00:06:29: Es vergleicht den Börsenwert eines Unternehmens, also dem Aktienkurs mit seinem Buchwert.
00:06:36: Der Buchwert ist im Grunde das Eigenkapital des Unternehmens, dass in der Bilanz steht.
00:06:42: Also alle Vermögenswerte wie Gebäude Maschinen Patente und Bargeld abzüglich aller Schulden.
00:06:50: Das KBV sagt ihr also, wieviel die Anleger an der Börse für einen Euro Eigenkapital des Unternehmens bezahlen.
00:06:58: Es ist quasi der Preis für die Substanz – die Netto-Substanz des
00:07:02: Unternemens.".
00:07:03: Und was ist hier ein guter Wert?
00:07:06: Wenn der Buchwert dem echten Wert des Unternehmer entspricht, müsste ein KBF von eins ja eine faire Bewertung sein oder?
00:07:15: Genau das ist der Gedanke dahinter!
00:07:17: Ein KBV von eins bedeutet, dass der Börsenwert genau dem in den Büchern ausgewiesenen Eigenkapital entspricht.
00:07:25: Ein Kbv unter eins würde bedeuten das man das Unternehmen an der Böse für weniger kaufen kann als seine Substanz eigentlich wert ist.
00:07:35: Das klingt erstmal nach einem fantastischen Schnäppchen.
00:07:39: Value-Investoren wie der legendäre Benjamin Graham, der Lehrer von Warren Buffett haben gezielt nach solchen Aktien gesucht.
00:07:48: Sie wollten quasi einen Euro für fünfzig Cent kaufen.
00:07:51: Aber ich ahne es schon!
00:07:53: Auch hier gibt es wieder einen Haken richtig?
00:07:57: Es kann ja nicht so einfach sein….
00:07:59: Du lernst schnell, Lia – Ja den gibt's.
00:08:03: Der Buchwert hat nämlich seine Tücken.
00:08:05: Er ist ein rein buchhalterischer Wert und spiegelt oft nicht den wahren zukünftigen Wert eines Unternehmens wieder.
00:08:13: In der Bilanz stehen vielleicht veraltete Maschinen, die längst abgeschrieben sind aber noch funktionieren oder Immobilien, die zu einem viel zu niedrigen historischen Preis bewertet sind.
00:08:26: Noch wichtiger ist aber dass der Buchwert immaterielle Vermögenswerte wie eine starke Marke Loyale Kunden oder innovative Technologien kaum erfasst.
00:08:38: Ein Unternehmen wie Coca-Cola und Apple hat einen enormen Markenwert, der im Buchwert kaum auftaucht.
00:08:45: Deshalb haben solche Unternehmen fast immer ein hohes KBV – oft von fünf, zehn oder sogar noch mehr!
00:08:54: Niemand würde erwarten, Coca-Cola zu einem KB V von eins zu kaufen.
00:08:58: Das heißt?
00:09:00: Ein niedriges KBV ist vor allem bei Unternehmen aussagekräftig, die viel Substanz haben.
00:09:06: Also viele materielle Vermögenswerte wie zum Beispiel Industrieunternehmen oder Banken.
00:09:13: Genau richtig!
00:09:14: Bei Banken Versicherungen an oder Industrie-Unternehmen deren Geschäft stark von materiellen Werten abhängt, ist das KBW eine sehr nützliche Kennzahl.
00:09:24: Das Geschäftsmodell einer Bank besteht ja quasi aus ihrer Bilanz.
00:09:29: Wenn eine solide Bank ein KBV von null, sieben hat kann das ein starkes Kaufsignal sein weil man die Vermögenswerte mit einem Abschlag von dreißig Prozent kauft.
00:09:40: Bei einem Softwareunternehmen wie SAP oder einer Social Media Plattform wie Meta ist das KBW hingegen fast bedeutungslos.
00:09:49: Deren Wert liegt in den Algorithmen, den Nutzerdaten und der Marke – alles Dinge, die in der Bilanz unterbewertet sind.
00:09:57: Hier ist das KGV oder das Umsatzwachstum viel wichtiger.
00:10:02: Verstanden!
00:10:04: Das KGv ist also der Substanz-Check, während das KGB eher die Ertragskraft und die Zukunftserwartungen bewertet.
00:10:13: Dann fehlt uns jetzt noch die Dritte im Wunde – Die Dividendenrendite.
00:10:18: Die ist ja vor allem für Anleger interessant, die ein laufendes Einkommen aus ihren Investments erzielen wollen, oder?
00:10:25: Exakt Die Dividendenrendite ist eine ganz einfache und sehr beliebte Kennzahl.
00:10:32: Sie gibt an, wie hoch die prozentuale Ausschüttung eines Unternehmens im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs ist.
00:10:39: Die Formel lautet, Dividende pro Aktie geteilt durch den Aktienkurse das Ganze mal einhundert.
00:10:47: Wenn einer Aktie hundert Euro kostet und das Unternehmen eine Dividend von drei Euro pro Akti zahlt beträgt die Dividendenrendite drei Prozent.
00:10:58: Es ist quasi die Verzinsung, die man allein durch die Ausschüttung auf sein eingesetztes Kapital
00:11:04: erhält.".
00:11:05: Und was gilt hier als gut?
00:11:06: Drei Prozent klingt jetzt erst mal nicht nach extrem viel – wenn man es mit den Zinsen auf einem Tagesgeldkonto vergleicht… die ja auch wieder steigen!
00:11:16: Das stimmt.
00:11:17: aber man darf nicht vergessen dass zur Dividendrendite ja noch die möglichen Kursgewinne der Aktie hinzukommen.
00:11:24: Eine Dividendenrendite zwischen zwei und vier Prozent gilt bei soliden etablierten Unternehmen als attraktiv und nachhaltig.
00:11:33: Alles über vier oder fünf Prozent ist schon sehr hoch, und man sollte genauer hinschauen!
00:11:39: Eine extrem hohe Dividendrendite kann nämlich auch ein Warnsignal sein – es ist nicht immer ein Zeichen von Stärke.
00:11:47: Ein Warn-Signal?
00:11:49: Ich dachte immer je mehr Dividende desto besser….
00:11:52: Das ist doch bares Geld, das auf meinem Konto landet.
00:11:55: Das Unternehmen lebt dann von der Substanz.
00:12:23: Oder, und das ist häufiger der Fall – Der Aktinkurs ist in letzter Zeit stark gefallen, weil der Markt dem Unternehmen nicht mehr viel zutraut.
00:12:33: Die hohe Rendite ist dann quasi ein Lockangebot aber es besteht die Gefahr dass das Unternehmen die Dividende in Zukunft kürzen oder ganz streichen muss.
00:12:48: Das ist ein wichtiger Punkt.
00:12:51: Man sollte also nicht blind auf die höchste Dividendenrendite schälen, sondern auch prüfen ob das Unternehmen
00:13:16: dass das Unternehmen profitabel ist, aber auch genug Geld für zukünftiges Wachstum zurückbehält.
00:13:27: Wenn ein Unternehmen Achtzig, Neunzig oder sogar über Einhundert Prozent seines Gewinns ausschüttet, ist das auf Dauer nicht nachhaltig!
00:13:36: Man sollte auch in die Historie schauen – zahlt das Unternehmen schon seit vielen Jahren eine stabile oder sogar steigende Dividende?
00:13:45: Unternehmen, die das tun, nennt man Dividendenaristokraten Und die schauen wir uns in der nächsten Folge noch genauer
00:14:15: an.
00:14:21: sondern immer im Kontext der Branche, des Wachstums und der allgemeinen Marktlage.
00:14:27: Perfekt zusammengefasst, Lia!
00:14:30: Man kann sich das wie ein Puzzle vorstellen.
00:14:32: Jede Kennzahl ist ein Pusselteil.
00:14:35: Erst wenn man mehrere Teile zusammensetzt ergibt sich ein klares Bild vom Unternehmen.
00:14:42: Ein guter Investor ist wie ein Detektiv der verschiedene Hinweise sammelt.
00:14:47: Man sollte immer mindestens zwei oder drei Kennzahlen kombinieren und sie mit den Werten von Konkurrenten und der eigenen Historie des Unternehmens vergleichen.
00:14:59: Dann bekommt man ein wirklich gutes Gefühl dafür, ob eine Aktie fair bewertet, günstig oder zu teuer
00:15:06: ist.".
00:15:07: Das war unglaublich hilfreich Mike!
00:15:10: Ich glaube ich habe jetzt eine viel bessere Vorstellung davon wie Analysten und Profis auf Aktien schauen.
00:15:18: Es ist gar nicht so eine schwarze Magie wie ich dachte, sondern eher ein Handwerk das man lernen kann.
00:15:25: Vielen Dank für diese tollen Erklärungen!
00:15:28: Sehr gerne und genau das ist das Ziel euch zu zeigen dass ihr das auch könnt.
00:15:33: Ihr müsst keine Finanzgenies sein um kluge Investment Entscheidungen zu treffen.
00:15:38: Ein bisschen Neugier und die richtigen Werkzeuge reichen oft schon aus Und in der nächsten Folge legen wir mit den Dividenden Aristokraten noch eine Schippe drauf und zeigen euch, wie ihr Unternehmen findet die euch quasi ein passives Einkommen zahlen.
00:16:03: und abonniert uns, um keine weitere Folge zu verpassen.
00:16:14: Bis zum nächsten
00:16:37: Mal!
Neuer Kommentar